„Die Kinder freuen sich immer schon Tage vorher auf den Besuch im SeniorenHaus Immaculata und haben keinerlei Berührungsängste gezeigt“, erzählt Benjamin Henrichs, der als pädagogische Fachkraft an der Eric Carle-Schule arbeitet und das Projekt „Jung trifft alt - zwei Generationen - ein Lächeln“ initiiert hat. Für die Bewohner*innen sei der Besuch der Schüler*innen eine willkommene Abwechslung, von der sie auch Tage später noch erzählten, ergänzt Susanne Baldauf, die Leiterin des Sozialen Dienstes in der Senioreneinrichtung, die zum cts-Verbund gehört.
Die Seniorinnen und Senioren würden durch die Besuche der Kinder offener, schildert sie ihre Beobachtungen. Die zuständige Lebenshilfe-Ressortleiterin Sonja Alt bezeichnete das Projekt als schöne Aktion, um die Lebenshilfe nach außen zu öffnen. „Unsere Einrichtung bietet 56 vollstationäre Plätze und vier Plätze für das Kurzzeitwohnen an“, informieren Melanie Link und Stephanie Barrois, die das Haus leiten. Für die Senior*innen sei der Besuch der Eric Carle-Schule eine willkommene Abwechslung.
Beim ersten Treffen kamen sich die beiden Generationen durch Kennlernspiele rasch näher. In der Weihnachtszeit sangen alle gemeinsam und beim dritten Besuch in der Einrichtung machten die gemeinsamen Bewegungsspiele allen viel Spaß. „Benjamin Henrichs hat für die Treffen immer gute Ideen“, finden Melanie Link und Stephanie Barrois. Zu jedem der Treffen bringt der Mitarbeiter der Eric Carle-Schule selbstgebackene Muffins mit, die er liebevoll dekoriert. Gemeinsam mit seiner Frau Nicole hat er am Vorabend des Treffens 30 Muffins gebacken und mit lustigen Fastnachtsgesichtern verziert.
Beim gemeinsamen Essen der Muffins kamen die Kinder der Mittelstufe mit den Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch. Dieter Schwan freut sich über das Kompliment der neunjährigen Rokiya, die ihm sagt, dass er chic in seinem Hemd aussieht. „Ich freue mich über den Besuch der Kinder und mache gerne gemeinsam mit ihnen etwas zusammen“, erzählt der 69-jährige, von dem Rokiya auch noch wissen möchte, wie es ihm im SeniorenHaus gefällt. „Ich mag Kinder und freue mich deshalb über den Besuch der Schülerinnen und Schüler“, betont die 90-jährige Luzia Mohr. Die Treffen seien eine schöne Abwechslung. „Die Begegnung heute hat mir viel Spaß gemacht“, findet auch die 89-jährige Maria Riotte. „Die Kinder sind immer willkommen“, ergänzt Gudrun Hoffmann, ebenfalls eine Bewohnerin der Senioreneinrichtung. Die Arbeit, die die Beschäftigten der Lebenshilfe leisten, sei bemerkenswert.
„Das generationsübergreifende Projekt fördert unter anderem das Verständnis füreinander, stärkt soziale Kompetenzen und vermittelt den Schülerinnen und Schülern eine positive Sicht auf das Altern“, informiert Benjamin Henrichs. Es sei eine langfristige Kooperation zwischen den Einrichtungen geplant, durch die feste Patenschaften zwischen den Schülern und den Senioren aufgebaut werden könnten.
Bei den Kindern trage der Besuch in der Senioreneinrichtung zur Stärkung des Selbstbewusstseins, zur Sprachförderung und zum Ausbau der sozialen Kompetenzen bei. Der Umgang mit den älteren Menschen fördere Geduld, Rücksichtnahme und Empathie. Da die Senioren Wissen, Geschichten und Lebenserfahrung weitergeben, könnten die Schülerinnen und Schüler dadurch auch lernen. Wenn sie keinen oder wenig Familienkontakt haben, erfahren sie von den älteren Menschen Geborgenheit und Familiengefühl. Auch für die Senioren bringe das generationsübergreifende Projekt viele Vorteile. So könne der Kontakt Isolation vorbeugen, neue Lebensfreude schenken und den älteren Menschen das Gefühl geben, gebraucht zu werden.
„Ein solches Projekt zeigt, dass ,Anderssein‘ nichts Trennendes sein muss“, findet Benjamin Henrichs. Die Schülerinnen erleben nach seinen Worten , dass sie etwas geben können und Senior*innen spüren, dass sie weiter gebraucht werden.
Bei einem der nächsten Schulfeste planen die Seniorinnen und Senioren einen Besuch in der Eric Carle-Schule.
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