Fastenzeit 2026
Es ist mal wieder soweit. Pünktlich nach den tollen Faschingstagen steht die Fastenzeit vor der Tür. Sie dauert dieses Jahr vom 18.2. (Aschermittwoch) – 4.4.26 (Karsamstag). Das sind 46 Tage, in denen sich die christlichen Kirchen auf die Ostertage vorbereiten können. Inhaltlich schließt sich die Fastenzeit an 2 Verse aus dem Markus-Evangelium an. Da heißt es: „Danach trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb er 40 Tage lang“. (MK 1, 12-13)
Voraus ging die Taufe Jesu, in der Jesus als Gottes Sohn bestätigt wird. Danach beginnt Jesus seine öffentliche Tätigkeit, indem er seine ersten Jünger beruft, seine Lehren vorträgt und eine Vielzahl von Kranken heilt. Auf diese Weise wird Jesus schnell bekannt. Die Fastenzeit selbst hat ihren Ursprung im 4. Jahrhundert und hat sich anfangs als ein Brauchtum entwickelt, indem Christen auf Fleisch, Kaffee, Nikotin, Süßigkeiten oder Alkohol verzichteten. Sie ist aber weit mehr als ein strenger Verzicht auf bestimmte Nahrungs- oder Genussmittel. So kennt man auch in den jüdischen oder islamischen Religionen eine Fastenzeit; in unseren Kreisen ist auch das Heilfasten bekannt. In der heutigen Zeit könnte man Verzicht auf hohen Internetkonsum dazuzählen.
Wiederum kann uns ein Blick auf das Leben Jesu weiterhelfen. In der Wüste wird seine Berufung als Gottes Sohn auf die Probe gestellt. Während er als Sohn Gottes bestätigt wird und danach das Reich Gottes verkündigt und tatkräftig durch seine Wunderheilungen bezeugt, erlebt er dazwischen die Einsamkeit in der Wüste. Ja – er muss seine eigenen Wüstenerfahrungen machen. Solche Erfahrungen ziehen sich durch sein ganzes Leben und enden mit seinem Tod am Kreuz. Jesus muss herausfinden, ob sein Lebensentwurf mit Gottes Plänen zusammenpasst. Letztlich geht es um die glaubhafte Verkündigung des Reich Gottes. Taufe und Wüste Jesu gehören untrennbar zusammen. Auch wir werden durch die Taufe zu Gottes Kinder berufen. Auch wir machen in unserem Leben Wüstenerfahrungen, wenn wir in Krisen stecken, die uns zusetzen. Ich denke an Probleme in der Partnerschaft oder im Beruf oder in Zeiten der Krankheit. Hier beginnt unsere Fastenzeit im Jahr 2026, wenn wir uns von Gott verlassen fühlen uns unsere Hoffnung auf ein gutes Leben mit Gott und unseren Mitmenschen scheitern.
Die geistliche Autorin Margot Bickel hat dazu ein tolles Buch geschrieben. Sie schreibt: „Wüste durchleiden und durchwandern im Wissen um die Einsamkeit, die Leere und das Nichts. Die Wüste in mir aushalten. Bis die Botschaft hörst die dich zum Leben führt“.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und all den Menschen, die zu Ihnen gehören, eine gute Fastenzeit, die Ihnen an Leib und Seele guttut.
Ihr Michael Mark
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